Korruptionsfälle wie bei Infineon oder Terroranschläge wie in London zeigen: Sicherheit ist zu einem Thema für Deutschlands Chefetagen geworden. Von der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, hat sich vor einiger Zeit eine hochrangige Runde von sieben Sicherheitschefs in einem Sicherheitsforum Deutsche Wirtschaft zusammengefunden. Vorsitzender ist Rainer Benne (Porsche), seine Stellvertreter sind Dieter Langendörfer (VW) und Michael Schmidt (Deutsche Post). Neues reguläres Mitglied ist seit kurzem Harald Steininger von der Deutschen Telekom.

Vorrangiges Ziel der ebenso verschwiegenen wie in der Szene angesehenen Experten ist es, in Sicherheitsfragen den Austausch zwischen Deutschlands größten Konzernen zu stärken und staatlichen Behörden wie Bundesnachrichtendienst, Verfassungsschutz und Bundesinnenministerium als Ansprechpartner in der Wirtschaft zu dienen. Orientierung über die größten Herausforderungen für Global Player aus Deutschland soll dabei die Zukunftsstudie Security 2015 geben, die im Frühjahr unter der Ägide von VW und unter Beteiligung von Experten wie dem früheren Chef des Bundeskriminalamts Hans-Ludwig Zachert erstellt wurde. Der Studie zufolge werden beispielsweise Organisierte Kriminalität und Wirtschaftsspionage in den kommenden Jahren deutlich zunehmen. Um die Polizei dagegen stehe es nicht sonderlich gut: Sie bleibe, schreibt die Studie, international unzulänglich ausgestattet. Für Unternehmen werde es zunehmend schwieriger, loyales Personal zu rekrutieren und zu halten.