Eigentlich müsste es ja jedem, der von staatlicher Umverteilung lebt, einleuchten, dass es ihm nur dann gut geht, wenn es denen, die es finanzieren, ebenfalls gut geht - seine Finanzierung über die Lohnkosten von immer weniger Arbeitenden die Hauptursache für die Unfinanzierbarkeit von Arbeit und damit für Arbeitslosigkeit ist.

Doch WASG und PDS können fest auf die Wirkung ihrer Parolen vertrauen, ist doch ganze Land vereint in der Sorge um soziale Gerechtigkeit, der Ignoranz ökonomischer Wahrheiten und in dem festen Glaube daran, immer alles richtig und besser als die anderen gemacht zu haben. Jede noch so kleine Reform wird daher mit Faktoren von außen, wie den Kosten der Einheit, der Globalisierung oder dem demografischen Wandel, begründet.

Heilung beginnt mit Wahrheit. Und die Wahrheit ist, dass dieses Land spätestens seit den siebziger Jahren durch die massive Staatsverschuldung auf Kosten künftiger Generationen lebt. Wahrheit ist, dass der soziale Gestaltungseifer aller Parteien, meist vor Wahlen, den Sozialstaat massiv überdehnt und seine Bürger dadurch ein gutes Stück entmündigt hat. Schlimmer noch, dieses Land hat im kollektiven Bewusstsein vergessen, dass es einzig Arbeit ist, welche die Grundlage für Wohlstand bietet.

RALF WAGNER, BERLIN

Den Linken falle nur ein: Weniger Arbeitszeit und höhere Löhne - die Reichen sollen zahlen schreibt Martin Klingst. Das impliziert den Umkehrschluss des herrschenden Mainstreams: Längere Arbeitzeiten und niedrigere Löhne, damit die Reichen noch reicher werden. Solch platte Argumente, wie von Martin Klingst, sind genau das, aus dem die Sumpfblüte PDS/WASG entstehen konnte.

ERICH HERMANN, OFFENBACH

Martin Klingst bedient sich der üblichen Beschimpfungen gegen Linke und andere, die die gegenwärtige wirtschaftspolitische Mode infrage stellen.