Für eine mehr an der Nachfrage orientierte Wirtschaftspolitik hat sich der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) eingesetzt. Mit ihren zu Wochenbeginn veröffentlichten Wahlprüfsteinen präsentierte Verbandschefin Edda Müller eine Reihe von Forderungen an eine neue Bundesregierung. So soll die Arbeit der einzelnen Verbraucherzentralen in den Ländern gefördert werden. Als unabhängige Beratungsstellen seien diese besonders wichtig in einer Zeit, in der von dem Einzelnen immer mehr Eigenverantwortung gefordert wird - ob bei der Krankenversicherung oder der privaten Altersvorsorge. Auch die betriebliche Altersvorsorge müsse reformiert werden, denn sie behindert die Flexibilität am Arbeitsmarkt, weil Verbraucher beim Jobwechsel oft finanzielle Nachteile in Kauf nehmen müssten. Unternehmen sollten nach Vorstellung des vzbv zu mehr Transparenz verpflichtet werden. Wenn Verbraucher die Produktionsweise von Waren besser durchschauen könnten, wären sie auch eher bereit, mehr Geld auszugeben. Firmen, die sich nicht an Gesetze zum Verbraucherschutz halten, sollten hingegen hart bestraft werden: mit dem Entzug aller Gewinne, die durch den Gesetzesbruch erwirtschaftet wurden.