Die Spitzenkandidaten der Linkspartei, Oskar Lafontaine und Gregor Gysi, können sich mittelfristig eine Zusammenarbeit mit der SPD vorstellen. "2005 nicht, und auch nicht mit Gerhard Schröder, weil er eine Bestätigung seiner Regierungspolitik will. Aber die nächste Generation könnte es schaffen", sagte Gysi der Financial Times Deutschland . Lafontaine sagte der Berliner Zeitung , er sei zwar kein Prophet. Äußerungen von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) über eine mögliche Zusammenarbeit von SPD und Linkspartei in einigen Jahren zeigten aber, dass in der SPD bereits die Ära nach Schröder und SPD-Chef Franz Müntefering begonnen habe. Gysi kritisierte die Gewerkschaften, die eine Unterstützung der Linkspartei verweigerten, obwohl die Linkspartei ihre Forderungen weitgehend zum Programm gemacht habe. Kanzler Schröder lehnte dagegen erneut eine Regierungsbeteiligung der Linkspartei strikt ab: "Mit solchen Leuten kann man kein 82- Millionen-Volk regieren", sagte der Passauer Neuen Presse . Gysi und Lafontaine seien "politische Begabungen". "Aber wenn es ernst wird, laufen beide immer weg. Diese beiden Herren scheuen Verantwortung wie der Teufel das Weihwasser." Wowereits Äußerungen zu einer Zusammenarbeit nannte er "eine Einzelstimme". Seit gestern ist sicher, dass Oskar Lafontaine als Direktkandidat der Linkspartei im Wahlkreis Saarbrücken antritt. Die Wahlkreisversammlung der Linkspartei wählte den ehemaligen SPD-Vorsitzenden am Dienstag in Saarbrücken bei einer Gegenstimme mit zehn von elf Stimmen. Gegenkandidaten gab es nicht. "Wir haben die Chance, das Direktmandat zu bekommen", sagte Lafontaine, der selbst Mitglied der Wahlalternative WASG ist. Er kandidiert überdies auf Platz eins der Landesliste der Linkspartei in Nordrhein-Westfalen.