DIE ZEIT: Wie verändert die Fusion von Springer mit der ProSiebenSat.1 Media AG die politische Landschaft?

Fritz Pleitgen: Die Verhältnisse in der deutschen Medienlandschaft würden auf jeden Fall deutlich verändert. Springer hat immer auch das Bewusstsein der Bevölkerung beeinflussen wollen, aus seiner Sicht mit hehren Absichten. Damit haben seine Zeitungen nie hinter dem Berg gehalten. Wenn das jetzt durch die Verbindung von Printmedien und audiovisuellen Medien konzentriert passiert, dann kann das für die Gesellschaft durchaus weitreichende Folgen haben. Wenn eine starke Tagespresse plus starke Fernsehsender sich nur auf eine Waagschale setzen, dann können Wahlentscheidungen zum Kippen gebracht werden.

ZEIT : Hat Sie die Politik im Stich gelassen?

Pleitgen: Bei der Politik suche ich keine Hilfe. Wenn wir uns bedroht fühlen, sollten wir uns selbst helfen. Niemand kann daran interessiert sein, dass Meinungsvielfalt und fairer Wettbewerb durch marktbeherrschende Konzerne eingeschnürt werden. Dabei stehen wir nicht ganz mittellos da.

ZEIT: Welche Mittel haben Sie?

Pleitgen: Es können öffentliche Diskussionen angestoßen werden, man kann sich beim Bundeskartellamt zu Wort melden, auch bei der Generaldirektion Wettbewerb in Brüssel.