Das hat sich Google einfacher vorgestellt. Die Betreiber der Internet-Suchmaschine wollten Millionen von Büchern aus fünf Bibliotheken in den USA und in England digitalisieren. Deren Inhalt sollten Google-Nutzer dann mittels Volltextsuche durchforsten können. Doch die amerikanischen Verleger warnten vor massenhaften Urheberrechts-Verletzungen und liefen Sturm - deshalb legte Google das Library Project jetzt auf Eis. Mit dem Rückzieher gibt die Firma Google zu, dass das Recht nicht auf ihrer Seite ist, sagt Matthias Ulmer vom Fachbuchverlag Eugen Ulmer in Stuttgart.

Gleichwohl wissen die deutschen Verleger und Buchhändler, dass die Google-Idee Zukunft hat. Ulmer gehört der Taskforce Volltextsuche des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels an. Bis spätestens Anfang 2007 will der Verein ein eigenes Suchsystem auf die Beine stellen: Jeder Verlag soll seine Werke digitalisiert auf einen Server stellen, und Suchmaschinen wie Google oder Yahoo könnten über eine Schnittstelle auf diese Daten zugreifen.

Auch Internet-Buchhändler könnten das System nutzen, auf ihren Web-Seiten eine Suchfunktion einrichten - und die gefundenen Bücher zum Verkauf anbieten.