Für den Kölner Kardinal Joachim Meisner ist diese Ausstellung ein Geschenk an die Jugend der Welt. Zwei Kunsthistoriker waren eigens nach Rom gereist, um aus den Beständen des Vatikans die eindrücklichsten Ansichten Christi zusammenzustellen, die nun rund um den Weltjugendtag im Kölner Wallraf-Richartz-Museum gezeigt werden (bis 2. Oktober). Aber auch aus anderen Museen kommen bedeutende Stücke. Überraschung und Emotion gleich zu Beginn, wo El Grecos Auferstehung Christi aus dem Prado gezeigt wird und dem Besucher die ohnmächtigen Soldaten gleichsam entgegenstürzen. Diese gewaltige Energie zwischen dem aufsteigenden Christus und dem Fall der Ungläubigen brachte erst der Manierismus zustande. Nebenan überlässt der Venezianer Veronese dem Auferstehenden Christus den unendlichen Raum des blauen Himmels.

Die Bilder vom Nicht-Darstellbaren, so der Titel eines weiteren Saals, schlagen Brücken von der alten Kunst in die Moderne bis zu Joseph Beuys. Das beginnt bei den frühchristlichen Fragmenten, die zeigen, wie sich die ersten Christen den Nichtdarstellbaren als einen Fisch oder als Guten Hirten vorstellten. Von Andy Warhol hingegen sind seine 12 Crosses zu sehen, blaue Kreuze auf schwarzem Grund. Auch in den anderen Sälen profitiert die Ausstellung sichtbar vom Reichtum der vatikanischen Sammlungen und von den guten Verbindungen ihrer Hüter in alle Welt. Herrlichkeiten von Michelangelo oder Fra Angelico sind da zu sehen oder das berühmte Mandylion aus Genua. Es ist eine von zwei noch existierenden historischen Kopien nach einem vermeintlichen Selbstporträt Christi, das er für einen König im Zweistromland angefertigt haben soll - durch den Druck seines Gesichts in ein Tuch. Aus der Andacht gerissen wird der Besucher in der Abteilung Christus und der Künstler mit Kreuzigungen von Lovis Corinth, Max Beckmann und Pablo Picasso. Corinth stellte das Große Martyrium 1907 sogar als blutiges Passionsspiel in seinem Atelier nach. Sein Christus-Modell musste an einem improvisierten Kreuz echte Qualen ertragen, damit der Künstler den hängenden Körper richtig studieren konnte.