Track 1: Überall und nirgends

Man muss keinen iPod besitzen, um ständig mit dieser kleinen weißen Kiste und ihren Auswüchsen konfrontiert zu sein. In der westlichen Welt nähert sich die Verbreitung des iPods der Allgegenwart. Und das, obwohl dieses Gerät im Alltag meist unsichtbar ist, da es hauptsächlich im Dunkeln nistet, in Hosen- und Jackentaschen. Von dort aus steuert es die Hirnströme einer täglich weiter wachsenden Zahl von Abhängigen. Die sich auch noch besonders unabhängig fühlen, wenn sie sich, mitten unter uns, durch ihre eigenen Klangwelten bewegen.

Track 2: Was für ein Pott?

Der iPod ist ein schön umhüllter Computer in der Größe einer Zigarettenschachtel, auf den sehr viel Musik passt, bis zu 15000 Songs. Der 60 Gigabyte große Speicherplatz des neuesten Modells hätte vor zwei Jahrzehnten noch Superrechner von der Größe mehrerer Kühlschränke erfordert. (Daran, dass es sich tatsächlich um einen Computer handelt und nicht nur um ein magisches Designobjekt, erinnert die Festplatte etwa alle vier bis fünf Lieder mit einem kaum hörbaren Pfeifen, als müsste sie vor dem Abtasten der nächsten Datenmassen mal kurz durchatmen.) Das Design entspricht einem modernistischen, zenbuddhistischen Streben nach äußerster Reduktion. Vielleicht auch deswegen heißt eine der erfolgreicheren Imitationen des iPods: Zen.

Der große, knapp 400 Euro teure iPod hat Platz für mehr Musik, als man je hören wird, und ist daher bestens geeignet für Musikwahnsinnige. Vernünftigeren Menschen stehen kleinere, preiswertere Varianten zur Verfügung, der iPod-Mini und der 99 Euro teure iPod-Shuffle, dazu natürlich neben dem Zen auch noch Musikspieler von Dell, Sony und etlichen anderen Herstellern. Einige davon können mehr als der iPod und kosten weniger, sie müssen nur bis auf Weiteres ohne Kult auskommen und hinnehmen, dass sie bestenfalls mitgemeint sind, wenn, wie hier, vom iPod die Rede ist.

Track 3: Hörzubehör