Auf der Buchmesse im Jahr 68 liefen bekannte Intellektuelle mit der Plakette "Enteignet Springer" herum. Was alles vorgeschlagen wurde: Marktanteilsbegrenzungen, Entflechtungen, öffentlich-rechtliche Zeitungen, die Wahl des Chefredakteurs durch die Journalisten, Redaktionsstatute, die Aufhebung des Tendenzschutzes. Aber die große Katastrophenrhetorik verpuffte. Keines dieser radikalen Instrumente wurde flächendeckend durchgesetzt. Der Medienkapitalismus ging weiter. Im Jahr 2005 sollten wir nicht erneut mit Katastrophengeschrei anfangen, sondern realistisch, listig und abgebrüht vorgehen.

Der langjährige SPD-Politiker Peter Glotz hatte bis 2004 in St. Gallen einen von Bertelsmann finanzierten Lehrstuhl für Medien inne

Nächste Woche: Gunter Hofmann über das

Verhältnis zwischen Politikern und politischen

Journalisten in der Mediendemokratie