In den Vereinigten Staaten etabliert sich ein neuer Index für die Lebensqualität: der Starbucks Density Index, kurz SDI, der die Dichte von Starbucks-Filialen misst. Zwar findet sich schon seit Herbst 2000 auf der Website der Kaffeehaus-Kette eine interaktive Karte, mit der Abhängige den nächsten Dealer für ihren Iced Caramel Macchiato oder ihren Green Tea Frappuccino finden können. Doch jetzt hat das Unternehmern MapMuse, das Landkarten für große amerikanische Immobilienmakler und die Tourismusindustrie herstellt, einen Starbucks-Locator entwickelt. Die Leute mögen bekannte und starke Marken wie Starbucks, so MapMuse-Präsident Michael Pilon, und sie wollen wissen, wo das nächste Starbucks ist. Die Nachfrage nach der Karte hat MapMuse überrascht. Die Karte hat deutlich mehr Aufmerksamkeit erhalten, als ich jemals erwartet hätte, sagt Pilon.

Nun wetteifern Kaffeepitalisten im Internet um den höchsten SDI-Wert ihrer Wohnung oder ihres Büros. Eine Adresse am Broadway in New York gilt ihnen als Ort mit der angeblich höchsten Lebensqualität im ganzen Land - hier gibt es 178 Schnellcafés im Umkreis von fünf Meilen. Starbucks selbst ist eher skeptisch, was den SDI angeht. Starbucks schaut nicht nach solchen Statistiken, sondern nach großartigen Orten, an denen unsere Konsumenten uns erwarten, sagt Unternehmenssprecherin Sanja Gould.

In San Francisco hat der SDI aber schon linke Latte-Macchiato-Lovers auf den Plan gerufen. Sie haben mit delocator.net eine Suchmaschine entwickelt, mit der man lediglich Cafés findet, die keiner großen Kette angehören. In Deutschland wäre ein SDI derzeit unsinnig. In den Vereinigten Staaten gibt es nahezu 7000 Starbucks-Filialen, in Deutschland bloß ganz wenige. Die weißen Flecken auf der Landkarte sind groß. In Hamburg zum Beispiel, das vielen als Stadt mit besonders hoher Lebensqualität gilt, hat Starbucks keine einzige Filiale.