70 Prozent der Erdbeben ereignen sich an den Grenzen von Kontinentalplatten. Dabei bauen sich am Ort des Bebens Spannungen ab - um andernorts zu steigen. An der tausend Kilometer langen Nordanatolischen Verwerfung verlagern Beben seit mehr als 60 Jahren den Druck der Gesteine.

1939 setzte am östlichen Ende das erste Beben ein. Mit den Katastrophen von 1999 in Düzce und Izmit erreichten die Erdbeben den bisher am weitesten westlich gelegenen Punkt. Das Izmit-Beben hat das westliche Ende der Verwerfung zum Zerreißen gespannt. Und ein Starkbeben in der 70 Kilometer langen Marmara-Sektion, nur 20 Kilometer südlich von Istanbul, würde 55 000 Tote fordern.