Es geht manchmal aufwärts in Deutschland, und im badischen Zell-Weierbach kann man das besonders gut beobachten. Denn dort will einer hoch hinaus, und dafür hat er geschuftet, sich seinen Traum aus Holz auf ein Feld mit sattem Gras und knorrigen Birnenbäumen gestellt: fünf Meter hoch, geplante 100 Meter lang, silbergrau lackiert. Es ist eine Achterbahn. Erbauer: David Moßmann, Schüler, 14 Jahre alt.

Drei Monate lang hat er sich für seinen waghalsigen Feldversuch nach der Schule aufs Fahrrad geschwungen, ist am Haus der Winzergenossenschaft vorbei durchs Dorf gefahren, hinaus zu den Reben und zum Grundstück seiner Tante.

Die im Dorf haben sich schnell gewundert. Was macht der Junge da? Baut er ein Baumhaus? Eine Abschussrampe? Es sind so viele stehen geblieben, dass ein Nachbar riet: Mach doch ein Kassenhäuschen auf.

Angefangen hatte das mit der Achterbahn ja ganz harmlos. Mit Freikarten für den nahen Freizeitpark - von da an hat David Moßmann nur noch vom Abheben geredet, von den Kräften, die einen in den Sitz drücken, und den Kurven, diesen herrlichen Kurven. Sein Vater ist Zimmermann, in seiner Werkstatt liegt überall Holz, teures Holz. Zuerst hat sich der Sohn heimlich bedient, aber Achterbahnen lassen sich nicht so gut verstecken. Sein Vater ließ ihn weiterbauen. Ich dachte, so lernt er die Handfertigkeiten, sagt er. Es ging ziemlich flott bei ihm.

Doch nun wurde der Junge David beim Weiterbau jäh von einem Goliath gebremst, gegen den selten etwas zu machen ist: vom Staat. 30 der geplanten 100 Meter hatte der Junge fertig, da urteilte hölzern das Bauamt: Das Ding muss weg.

Die Konstruktion entspreche nicht den gesetzlichen Sicherheitsbestimmungen und sei zudem in einem Landschaftsschutzgebiet errichtet worden. Die Tränen des zupackenden Talents trocknet nun die Privatwirtschaft: Der Freizeitpark will die angefangene Achterbahn ausstellen. Für David Moßmann ein Trost: Man macht ja so was nicht gern umsonst.