Hoffentlich beherzigt Herr Pleitgen seine eigenen Worte: Vor allem haben wir gutes Programm zu machen ... und stoppt zum Beispiel als Erstes die Kürzung der Politmagazine. Um der Groß- und Meinungsmacht Springer Paroli zu bieten, kommt es mehr als je zuvor darauf an, einen Gegenpol zu bilden, und wer ist dazu besser prädestiniert als das Öffentlich-Rechtliche. Statt noch eine andere Überraschungskiste der Volksmusik und ständige Wiederholungen alter Serien zu bringen, sollte wieder wie in früheren Zeiten die von Herrn Pleitgen angesprochene Meinungsvielfalt und die Information der Zuschauer zum Tragen kommen.

DIETER KESPOHL, WÜRZBURG

Warum produzieren Bild und Privatfernsehen jede Menge Medienopfer? Weil ethische Grundsätze dem Gesetz der Profitsteigerung untergeordnet werden.

Millionen Zuschauer finden es geil, wenn Stefan Raab ausschließlich Witze auf Kosten anderer macht oder gescheiterte Existenzen in Trash-Talkshows zerfetzt werden. Millionen Zeitungskäufer wollen anscheinend die Hetztiraden und Lügen der Bild lesen. Egal, was dieser Journalismus anrichtet, die Raabs und Heinemanns können gut schlafen, denn die Nachfrage ist ja da. Bild und TV Total sind ein anschauliches Beispiel dafür, dass Kapitalismus Kontrolle braucht.

Es ist erschreckend, dass sich die anderen Zeitungen nur noch selten mit der dunklen Seite der Bild auseinandersetzen. Die Öffentlichkeit erwartet offenbar nichts anderes mehr, und die Angst vor dem Blatt mit der stärksten Auflage scheint groß zu sein. - Spiegel, die ZEIT braucht deine Hilfe!

WOLF NIESE, BERLIN