Die Erde wird wärmer, der Meeresspiegel steigt. Viele schöne Inseln gibt es bald nur noch als Sandbank. Die Hansinsel, glauben manche Propheten, gehört dagegen zu den Gewinnern des Klimawandels. Noch ist sie ein öder Fels, windumtost und eisumschlossen, der kaum einer Flechte eine Heimstatt bieten kann. Ein Quadratkilometer Bedeutungslosigkeit zwischen Nordwestgrönland und Nordostkanada. Bald aber schmilzt das Eis, und dann sprießt (?) die Arktis.

Von neuen Schifffahrtswegen ist die Rede, von Öl und Gas sowieso. Dieser Tage stattete darum Kanadas Verteidigungsminister Bill Graham der Hansinsel eine Visite ab. Mit einiger Mühe rammte er die kanadische Flagge in den Boden. Auf der anderen Seite des Atlantiks reagierte man frostig. Dänemark besteht darauf, dass die Hansinsel zu Grönland gehört. Die Regierung in Kopenhagen entsandte flugs ein Marineschiff, das ein Dänenbanner auf die karge Klippe bringen soll. Die Reise des Kutters wird einige Wochen dauern. Noch lässt der Klimawandel solche Reaktionsgeschwindigkeiten zu.