Ich habe kaum noch Bilder aus meiner Heimat, dem Irak, vor meinem geistigen Auge, weder in Tag- noch in Nachtträumen. Aber bis heute ist für mich die Vorstellung von der Stadt am Fluss lebendig geblieben. Meine Schule lag direkt an einem Flussufer, und so habe ich täglich aufs Wasser geblickt. Seither liebe ich Städte am Wasser wie Kairo, Istanbul, Shanghai. Egal, wie rasant sich diese Orte verändert haben, man weiß immer, dass sie aufgrund ihrer strategischen Bedeutung bereits seit Jahrtausenden existieren.
In Bagdad scheinen die Palmen die Luft der Ewigkeit zu atmen. In ihnen ist die Gegenwart ebenso präsent wie die Vergangenheit. Das hat mich schon immer fasziniert. Trotzdem habe ich in der Architektur nie von Zeitlosigkeit geträumt und von einer Erhabenheit über die Epochenwechsel. Ich hatte immer die Vision, Raum an sich neu erfahrbar zu machen, ihm neue Dimensionen zu verleihen.