Während der gegenwärtigen Flut spiele der Wald sogar überhaupt keine Rolle.

Ist der Boden schon nass, kann er auch nichts mehr schlucken. Mit anderen Worten: Der Schwamm ist voll. Insofern darf auch mit zunehmender Bewaldung der Bergregionen die Hoffnung nicht zu hoch geschraubt werden, dass dadurch die Gefahr gebannt werden könne. Da kann Bayern seine Alpenregionen aufforsten, so viel es will.

Erklärungen des katastrophalen Hochwassers dieser Tage, die den Menschen als abholzenden Übeltäter ausmachen, sind daher vorschnell. Wahrscheinlicher ist seine Mitverantwortung als Klimasünder. Und als Bausünder. Nicht nur, dass er mit der Kanalisierung die Abflüsse streckenweise zu Hochgeschwindigkeitswannen umfunktioniert hat, die das Wasser in den Hauptadern noch schneller steigen lässt. Er hat auch immer mehr Häuser an exponierten Stellen gebaut.

Gerade in den Alpen, sagt Christoph Hegg von der WSL, stehen viele Dörfer auf den Schwemmkegeln der Bergbäche. Die sind von Hochwassern wie dem jetzigen besonders gefährdet. Als die Ortsgründer die Siedlungen bauten, war dies allerdings die seltenste Katastrophe im gefährlichen Alpenraum.