Sie haben versucht, es anzuzünden. Aber das Haus steht immer noch. Sie haben ihm die Fenster herausgerissen, damit Regen und Wind dem alten Stein den Garaus machen. Aber das Haus steht immer noch, eine düstere Ruine, seit fast 20 Jahren. Das Haus wehrt sich gegen den Verfall, es kämpft, und wenn es einen Ort gibt, an dem das alte und neue Bad Gastein zusammenfinden könnten, dann ist es dieses verlassene Hotel. Nicht nur, weil es den Namen der Gemeinde trägt: Gasteinerhof.

Hinein gelangt man durch den früheren Dienstboteneingang. Müll und Schutt liegen herum, zerbrochene Toilettenschüsseln, zerborstene Fensterrahmen, aus einer Matratze im Flur quellen die Sprungfedern heraus. Zimmer 60 im ersten Stock ist belegt: Dort ist die Decke durchgebrochen, ein Berg aus Steinen bedeckt den Boden. Im Speisesaal tritt man auf Scherben, in der Ecke rostet ein Fahrrad. Das ist der erste Eindruck. Dann sieht man den alten Glanz. Die breite Steintreppe mit ihrem filigranen Eisengeländer und dem Handlauf aus Holz. Die schmale Gipsbordüre in der verlassenen Küche. Den üppigen Stuck an der Decke des Speisesaals. Im Haus ist nichts feucht, nirgendwo schimmelt es. So erzählt der Gasteinerhof viel mehr als nur die Geschichte vom Niedergang einer Alpengemeinde. Er ist auch ein Symbol dafür, was hier wieder entstehen könnte.