Mit pilzförmigen Spulen, die hohe Spannungen und Frequenzen erzeugen, wollte der berühmte Elektroingenieur Nikola Tesla Energie durch die Luft übertragen und drahtlos kommunizieren. Magier bemächtigten sich seiner funkensprühenden Technik und bastelten sanftere Hochfrequenzheilgeräte wie diesen "Radiostaten". Die geheimnisvollen Apparate halfen angeblich "gegen alles", wie der Sammler Stefan Kluge sagt, der 30 Modelle besitzt. Für verschiedene Zipperlein gab es spezielle Elektroden (im Deckel der Kiste). Sie halfen gegen Hämorrhoiden (2. v. r.), Schnupfen, Gicht, Pickel, graue Haare oder erfrischten nur (2. v. l.). Die Technik erreichte ihre Blütezeit zwischen 1910 und 1950, der "Radiostat" stammt aus dem Zweiten Weltkrieg. Über die Wirksamkeit der Hochfrequenzkisten wurde damals ebenso gestritten wie heute über die Homöopathie.

Der medizinische Hokuspokus verschwand zwar in der Versenkung, dennoch ziehen Tesla-Spulen auch heute noch Elektrotechnik- und Physik-Freaks in ihren Bann. Sie nennen sich Tesla-Coiler und veranstalten sportliche Treffen. Dabei erzeugen sie mit Spulen (coils) meterlange Blitze, lassen dicke Drähte knallend verdampfen, pressen berührungslos Getränkedosen schlank und ersinnen allerlei physikalisch-technischen Schabernack.

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