Dass die Deutsche Bahn AG immer wieder Gleise stilllegt, wird kaum noch registriert. Das Unternehmen will an die Börse, und da ist Wirtschaftlichkeit oberstes Gesetz. Dabei hat der Abbau des bundeseigenen Eisenbahnnetzes beträchtliche Ausmaße angenommen. In den vergangenen zehn Jahren wurden 4865 Kilometer Strecke stillgelegt. Nun hat Norbert Hansen, Chef der Eisenbahnergewerkschaft Transnet und Vorsitzender der Allianz pro Schiene, ein neues Problem ausgemacht: Die primär von Bundesländern und Kommunen betriebenen regionalen Schienennetze verkommen - es fehlt an Geld. Vielerorts könnten die Schienen nicht mehr benutzt werden. Diese Problematik wird sich angesichts der miserablen Haushaltslage zuspitzen, sagt Hansen. Der Bund gebe kein Geld, nur wenige Bundesländer hätten im Etat Gelder vorgesehen. Um dem abzuhelfen, will Hansen eine neue Quelle auftun: Die gesamten Einnahmen aus einer Lkw-Maut für die Nutzung von Bundesstraßen solle für das regionale Schienennetz verwendet werden.