Wie nennen eigentlich die Gehörlosen den Bundeskanzler? Und was heißt Angela Merkel in der Gebärdensprache? Eine Geste muss reichen - und so bringt die Sprache der Gehörlosen auf den Punkt, welche Eigenschaften unserer Politprominenz hervorstechen. Ein kurzes Brevier: Oskar Lafontaine? Die Schnabelnase. Joschka Fischer? Kriegt sein Fett weg als der Dickdünne.

Angela Merkels Imageproblem? Nein, nicht mehr die Frisur, in Gebärdendeutsch ist sie Frau Miesmund. Gerhard Schröders Dilemma, es lässt sich in drei Handbewegungen beschreiben: Der Schwanker will in der Mitte stehen, neigt aber mal nach rechts, mal nach links. Guido Westerwelle gilt, ganz oberflächlich, als Aknehaut. All das ist nicht böse gemeint, nur direkt.

Es kommt eben auf das entscheidende visuelle Merkmal an, sagt Lucas Kollien. Der Mediengestalter, selbst gehörlos, hat uns die Namen der wichtigsten Akteure in seiner Sprache gezeigt.