DIE ZEIT: Wo liegen Japans Stärken im Hinblick auf die neue Konkurrenz aus China und Indien?

Fujio Mitarai: In der Technologie. Industrie, Regierung und Wissenschaft gelingt es heute immer besser, die technische Erneuerung gemeinsam zu fördern. Als zweite Stärke wird in der Zukunft ein internationalisiertes Finanzsystem hinzukommen. Früher wurde das japanische Finanzsystem zu stark abgeschottet und der Yen deshalb auf dem internationalen Markt nicht hoch genug bewertet. Aber heute liberalisiert Japan sein Finanzsystem einschließlich der Post.

ZEIT: Die Privatisierung der Post ist in diesen Tagen das große Wahlkampfthema der Regierung. Stehen Sie auf Seiten von Premierminister Junichiro Koizumi?

Mitarai: Ich unterstütze Koizumi voll und ganz. Das gilt insbesondere für die Postreform. Unsere Post, das größte Geldinstitut der Welt, ist nicht nur ineffizient, sondern macht Banken und Versicherungen Konkurrenz. Das verzerrt den gesunden kapitalistischen Markt.

ZEIT: Ihnen ist es gelungen, einen hochdefizitären Konzern wieder in die Gewinnzone zurückzuführen. Wo liegt das Geheimnis Ihres Erfolges?

Mitarai: Um eine Firma am Leben zu halten, braucht man vier Dinge. Erstens muss man den Investoren Gewinne auszahlen. Zweitens muss das Leben der Angestellten gesichert werden. Drittens muss die Firma einen sinnvollen Beitrag für die Gesellschaft leisten, sie darf nicht etwa die Umwelt zerstören. Viertens muss man genügend eigenes Kapital anschaffen, um langfristige Investitionen zu tätigen. Was aber braucht man, um diese vier Dinge in die Tat umzusetzen? Nichts anderes als Profit. Das erste Ziel einer Firma ist es immer, Profit zu erzielen.

In der Nachkriegszeit verschärften Massenproduktion und Massenverkauf die Konkurrenz der japanischen Unternehmen. Die Suche nach Marktanteilen wurde übertrieben. Das reduzierte die Profite und war falsch. Heute haben die Japaner diesen Fehler erkannt und die Marschrichtung geändert. Unsere Firma hat nur etwas früher als die anderen das Problem zur Kenntnis genommen.