Nach dem Sieg kam die große Konfusion. Die Vorstellungen der Alliierten, was mit dem besetzten Deutschland zu geschehen habe, waren nicht nur unterschiedlich, sondern ausgesprochen unklar. Vor allem im zunächst amerikanisch und seit dem 10. Juli 1945 französisch besetzten Saarland wusste keiner, was werden sollte. Noch im Januar 1945 hatte General Charles de Gaulle von den "natürlichen Grenzen" Frankreichs gesprochen: "Der Rhein bedeutet die französische Sicherheit." Unter dem Druck der Alliierten erklärte er jedoch im August, sein Land habe "nicht die Absicht, irgendein deutsches Territorium zu annektieren". Maurice Schumann dagegen, Staatssekretär im Pariser Außenministerium, plädierte gleichzeitig für "die Annexion" und "die Auflösung des deutschen Staates". Die unmittelbaren regionalen Nachbarn wiederum setzten auf Abgrenzung. So schrieb eine lothringische Zeitung im Mai 1946 lapidar, dass "ein Saarländer niemals ein guter Franzose sein wird". BILD

Nun widersprach eine Annexion ohnehin allen Prinzipien, in deren Namen man den Krieg gegen Nazideutschland geführt und Widerstand geleistet hatte. Nicht zuletzt deshalb beschloss die Regierung in Paris schließlich die "Assimilation" des wegen seiner Kohlegruben und Stahlwerke so begehrten Saarlandes. Das Wort meinte den wirtschaftlichen Anschluss an Frankreich in einer Währungs- und Zollunion, wobei dem 2500 Quadratkilometer großen Land mit seinen knapp 900000 Einwohnern eine gewisse politische Autonomie unter französischer Aufsicht gewährt werden sollte. Die Industrie an der Saar wurde unter französische Verwaltung gestellt – als Reparationsleistung. Im Gegenzug verzichtete Frankreich auf Demontagen.

Frankreich schränkt die Pressefreiheit ein

Zu den Besonderheiten an der Saar gehörte, dass 16 der 30 Mitglieder des dortigen Verfassungsrates, den die Militärregierung 1947 berief, aus der Emigration oder Internierungslagern zurückgekehrt waren. Sie alle wollten einen von Deutschland unabhängigen, autonomen Saarstaat und keine Reichsrestauration in den Grenzen von 1937. Die meisten dieser Emigranten, darunter der spätere Regierungschef Johannes Hoffmann (1890 bis 1967), hatten die Ereignisse von 1935 nur zu gut in Erinnerung – als das Saarland, das von 1920 an gemäß dem Versailler Vertrag unter einem Völkerbund-Mandat gestanden hatte, "heim ins Reich" gekehrt war. 90,8 Prozent der Saarländer stimmten damals, am 13. Januar 1935, gegen eine Verlängerung des Mandats und für die Eingliederung in den Hitlerstaat. Vielen führenden Politikern des Landes, ob Christ- oder Sozialdemokrat oder Kommunist, war nur die Flucht geblieben, der lange Weg ins Exil.

Die Emigranten, die zurückgekehrt waren, zeigten sich nun fest entschlossen, die historischen Konsequenzen zu ziehen. Sie leiteten die Entnazifizierung in Betrieben und Behörden und verstanden ihre Arbeit vor allem als "Entpreußung". Zwischen 1945 und 1947 wurden 1800 Personen ausgewiesen. Dank der liberalen Haltung des Délégué supérieur und späteren Hohen Kommissars Gilbert Grandval (1904 bis 1981) durften die meisten von ihnen jedoch bald wieder zurück.

Bei der Beratung über die 1947 in nur vier Monaten entstandene Verfassung führte er diskret die Zügel, drohte aber auch offen mit Demontagen und Hunger für den Fall, dass seine Wünsche nicht berücksichtigt würden. Den wichtigsten fixierte Grandvals Vertrauter Alfred Levy in der Präambel: "Das Volk an der Saar […] gründet seine Zukunft auf den wirtschaftlichen Anschluß des Saarlandes an die französische Republik und die Währungs- und Zolleinheit mit ihr, die einschließen: die politische Unabhängigkeit des Saarlandes vom Deutschen Reich."

Diese klare Festlegung kollidierte allerdings à la longue mit der hehren Absicht, das Land gründlich zu demokratisieren und vom nationalen Wahn zu befreien. Im Oktober 1950 wurden alle deutschfreundlichen Zeitungen, im Mai 1951 eine deutschfreundliche Partei verboten und die Meinungs- und Versammlungsfreiheit eingeschränkt. Das Staatsbürgerschaftsgesetz sah zwei Klassen von Bürgern vor: die "Rotpässler", Saarländer qua Geburt oder langem Aufenthalt, und die "Graupässler", zugewanderte Deutsche ohne Wahlrecht, denen die Aufenthaltsberechtigung bei "Störung wichtiger Belange des Saarlandes" entzogen werden konnte. Unmut staute sich auf, doch noch blieb alles ruhig.

Bereits am 5. Oktober 1947 – die Verfassung trat erst Mitte Dezember in Kraft, ohne dass das Volk über sie abstimmen durfte – hatte die erste Landtagswahl stattgefunden. Die Christliche Volkspartei (CVP) unter Führung von Johannes Hoffmann erreichte die absolute Mehrheit; sie sollte ununterbrochen bis 1955 regieren, zeitweise in einer Großen Koalition mit den saarländischen Sozialdemokraten (SPS).

Aber schon kurz nach der Gründung der Bundesrepublik 1949 kam es zu einer ersten Verstimmung gegenüber Bonn. Die französische Regierung schloss mit der saarländischen im März 1950 ein Wirtschaftsabkommen: Die Kohlegruben und die Eisenbahn wurden langfristig an Frankreich verpachtet, auch folgten gleich weitere Verträge über die Kultur, das Post- und das Sozialwesen. Bislang hatte das Kabinett in Bonn andere Sorgen gehabt, nun zeigte man sich alarmiert. Denn in diesen Abkommen erkannte man eine schleichende Annexion des Saarlandes beziehungsweise die Errichtung eines "französischen Protektorats", wie Bundeskanzler Konrad Adenauer es nannte. Auf diese Weise schien Frankreich, mit Billigung der Saarbrücker Regierung, klammheimlich an Deutschlands Grenzen herumzumanipulieren, ein völkerrechtswidriges Treiben. Jetzt trat die "Saarfrage" für Jahre in den Mittelpunkt der Bonner Politik.

Als Erstes schlug Adenauer eine "internationale Saarbehörde" vor, um den Konflikt zu entschärfen. Auch Frankreichs Außenminister Robert Schuman erkannte, dass die Saarfrage "die Beziehungen zwischen Frankreich und der jungen BRD vergiftet". Anfang Mai 1950 brachte er daher – nach einem Konzept des Spitzenbeamten Jean Monnet – eine "Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl" ins Spiel. Die Montanunion kam zwar zustande (sie sollte zum Herzstück der weiteren deutsch-französischen Verständigung werden), und in den Gremien des gemeinsamen Marktes der Montanindustrie wurden auch Beobachter aus dem Saarland zugelassen, doch die deutsche Unterschrift unter dem Vertrag vom 18. April 1951 bedeutete mitnichten die Anerkennung der Verhältnisse an der Saar.

Nein, die Spannungen lösten sich nicht. Im Gegenteil: Frankreich erhob den Hohen Kommissar Grandval Anfang 1952 in den Rang eines Botschafters bei der Regierung in Saarbrücken; die Saarländer errichteten ihrerseits eine Vertretung in Paris. Währenddessen gingen die Bonner gegen Hoffmann vor. Nachdem das Saarland bereits 1950 als assoziiertes Mitglied in den Europarat aufgenommen worden war, klagten sie in Straßburg gegen die Verletzung von Grund- und Freiheitsrechten durch die saarländische Regierung. Diese hatte die deutschfreundliche Demokratische Partei Saar (DPS) am 21.Mai 1951 verboten und damit daran gehindert, an der nächsten, der zweiten Landtagswahl teilzunehmen. Ihre Spitzenfunktionäre Richard Becker und Heinrich Schneider wurden ausgewiesen. Die DPS forderte ihre Anhänger auf, ungültige Stimmzettel abzugeben – was ein Viertel der Wähler auch tat. Die Gesuche der Bonner CDU und der Bonner SPD, zu den Landtagswahlen zugelassen zu werden, lehnte die Regierung in Saarbrücken als "Einmischung von außen" ab.

Helmut Schön trainiert die Saar-Nationalmannschaft

Die Saarfrage war zur europäischen Frage geworden, erst recht, als der neue französische Regierungschef René Mayer im Januar 1952 eine Verbindung herstellte zwischen ihrer Lösung und der Errichtung einer "Europäischen Verteidigungsgemeinschaft" (EVG), um "Westeuropa gegen jede Aggression" zu sichern. Nach diesem Vertrag sollte die Bundesrepublik aufrüsten und 12 Divisionen zu 12000 Mann stellen. Die französische wie die deutsche Regierung waren sich im Grundsatz darin einig, dass der Aufbau Europas Vorrang haben sollte vor den Querelen um die Saarfrage. Aber diese erwies sich mehr und mehr als "ein Mühlstein um den Hals der europäischen Zusammenarbeit", wie der Genfer Historiker Jacques Freymond es metaphorisch kühn formulierte.

Im September 1952 stand der Streit auf der Tagesordnung des Europarates, und ein halbes Jahr später legte der Niederländer Marinus van der Goes van Naters einen Plan vor, der Frankreich wie Deutschland unter Druck setzte. Unter der Ägide des Rates sollte das Saarland politisch europäisiert, das heißt einem Europäischen Kommissar unterstellt werden. Doch Frankreich wehrte sofort ab und beharrte nicht nur auf einem Junktim zwischen der Saarfrage und der Zustimmung zum EVG-Vertrag (und damit zur deutschen Wiederaufrüstung), sondern auch auf einer Volksabstimmung über das – noch zu entwerfende – Saar-Statut. Da drehte Adenauer kurzerhand den Spieß um: ohne EVG keine Zugeständnisse in der Saarfrage. Thomas Dehler von der FDP entwarf sogar den Plan – aus der Position des durch das Wirtschaftswunder Gestärkten heraus –, Frankreich das Saarland regelrecht abzukaufen. Der französische Botschafter in Bonn riet allerdings dringend davon ab, diesen abenteuerlichen Vorschlag offiziell zu unterbreiten.

Der unklare völkerrechtliche Status des kleinen Staatsgebildes hatte auch seine skurrilen Seiten. So drängten der Hohe Kommissar und die saarländische Regierung die heimischen Fußballklubs dazu, in Frankreich mitzuspielen. Der 1. FC Saarbrücken trat (außer Konkurrenz) in der Zweiten Französischen Division an, 1948 wurde er inoffizieller Meister. Als jedoch der Saarländische Fußballbund Ernst machen und geschlossen dem französischen Verband beitreten wollte, lehnte dieser ab. Von 1951 an kickten die Saar-Vereine deshalb in deutschen Verbänden; 1952 wurde der 1. FC Vizemeister der Oberliga Südwest. Gleichzeitig erreichte der Hohe Kommissar jedoch die Aufnahme des Saarlandes in den Weltfußballverband Fifa. Es gab jetzt eine saarländische Nationalmannschaft, zehn der elf Spieler stellte der 1.FC. Unter dem späteren Bundestrainer Helmut Schön kämpften sie in der Qualifikation um die Teilnahme an der Weltmeisterschaft von 1954 – ausgerechnet gegen die deutsche Nationalmannschaft. Die erste Partie ging 0:3, das Rückspiel 1:3 verloren.

Nach Dien Bien Phu wendet sich das Blatt

Während der Naters-Plan, also die Umwandlung des Saargebietes in ein europäisches Territorium, vom Europarat gebilligt wurde, hielten Bonn und Paris weiter an Maximalpositionen fest. Das änderte sich erst im Mai 1954, nach der desaströsen französischen Niederlage im vietnamesischen Dien Bien Phu, dem Rückzug aus Indochina und der Ersetzung der Regierung Joseph Laniels durch jene von Pierre Mendès-France.

Die Saarfrage relativierte sich nun angesichts der schwierigen Probleme, denen sich die instabile IV. Republik – nach 15 Regierungswechseln in neun Jahren – gegenübersah. Zu den Kämpfen in den Kolonien gesellten sich im Innern Sorgen wegen der Inflation und die heftige Opposition der Gaullisten und Konservativen gegen den EVG-Vertrag, beziehungsweise die deutsche Wiederbewaffnung. Am 30. August 1954 scheiterte das EVG-Abkommen im Pariser Parlament mit 319 zu 264 Stimmen – in der Begeisterung über ihren Triumph sprangen viele Abgeordnete von den Bänken auf und stimmten die Marseillaise an. Es war eine herbe Niederlage für die Europäer unter den Politikern aller Länder.

Die Regierungen in Bonn, London und Paris gaben jedoch nicht auf, sondern bastelten ein umfangreiches Vertragswerk. Es enthielt den Deutschlandvertrag, der das Besatzungsregime beendete, die Gründung der Westeuropäischen Union (WEU) für wirtschaftliche Zusammenarbeit, den Vertrag über den Nato-Beitritt der Bundesrepublik – und das Saar-Statut. Die vier Verträge wurden am 23. Oktober 1954 in Paris unterzeichnet. Das Saar-Abkommen ist dabei der kürzeste Text. Es umfasst nur 14 Artikel und bestätigt im Wesentlichen die Präambel der Saar-Verfassung von 1947, das heißt die wirtschaftliche Anbindung des Saarlandes an Frankreich und dessen politische Vorherrschaft.

Immerhin: In einem zähen Ringen hatten sich Mendès-France und Adenauer auf "ein europäisches Statut" geeinigt, das Frankreichs Wunsch gemäß in einer Volksabstimmung gebilligt werden musste und das danach "bis zum Abschluß eines Friedensvertrags nicht mehr in Frage gestellt werden" durfte. In einem zunächst ganz unscheinbaren Punkt konnte sich der Kanzler allerdings durchsetzen: Artikel VI sah vor, dass in den drei Monaten vor der Volksabstimmung "die politischen Parteien, die Vereine, die Zeitungen und die öffentlichen Versammlungen […] einer Genehmigung nicht unterworfen" sind.

Die Auswirkungen dieser Klausel wurden schwer unterschätzt. Während im April 1955 noch 21 Prozent der Saarländer für, 20 Prozent gegen das Statut und 59 Prozent unentschieden waren, kippte die Stimmung nach der unbeschränkten Zulassung von Parteien und Zeitungen schlagartig. Im August ermittelte das Emnid-Institut 52 Prozent Gegner und nur noch 14 Prozent Befürworter. Und obwohl sich Adenauer pflichtgemäß für das Statut aussprach, stimmte die jetzt zugelassene CDU an der Saar geschlossen für Nein, und selbst im Bonner Parteivorstand hatte der Kanzler nur eine 15-zu-11-Mehrheit. Die vier FDP-Minister und Jakob Kaiser, CDU-Minister für gesamtdeutsche Fragen, stellten sich gegen Adenauer. Während dieser also aus Gründen der Staatsräson für das Statut kämpfte, finanzierte Kaiser aus dem Haushalt seines eigenen Ministeriums die Opposition gegen das Abkommen. Adenauer, dem das Ganze brenzlig zu werden begann, wollte die Abstimmung noch in letzter Minute verschieben. Doch Edgar Faure, der Nachfolger von Mendès-France, glaubte unerschütterlich an einen Erfolg.

Im Abstimmungskampf schlossen sich an der Saar die CDU, die jetzt ebenfalls zugelassene SPD und die wiedererstandene DPS zum "Heimatbund" zusammen. Die frankophilen Saar-Parteien CVP und SPS, die bisher als saarländische "Stellvertreter" der CDU und SPD agiert hatten, erschienen dem Heimatbund nunmehr nur noch als ein "Klüngel der Abtrünnigen, der Vaterlandslosen, der Auslandssöldlinge, der Menschenrechtsbrecher, der Antidemokraten und Kryptofaschisten in unechtem europäischem Gewand", wie die Zeitung Deutsche Saar im September 1955 losdröhnte.

Besonders inbrünstig gebärdete sich Heinrich Schneider von der DPS, dessen Zuhörer mit Marschmusik, der Saar-Hymne und der ersten Strophe des Deutschlandliedes eingestimmt wurden auf die Parole: "Saarbevölkerung erneuert ihren Schwur von 1935." Auf Plakaten wurde Adenauer als Verräter und Mörder dargestellt: "Kain, wo ist Dein Bruder Abel? – Adenauer, wo ist die Saar?" In Frankreich hingegen spielte der Streit um die Abstimmung eine geringere Rolle; inzwischen hatte der Krieg in Algerien begonnen.

Zwar verfügten die saarländischen Regierungsparteien mit Radio Saarbrücken über ein wichtiges Propagandainstrument. Doch gegen die geballte nationalistische Agitation der Statut-Gegner bekamen sie, die sich als europäische Friedensavantgarde profilierten, kein Bein auf den Boden. Ministerpräsident Hoffmann pries das Abkommen als "Beitrag zur Versöhnung des deutschen und französischen Volkes" und hielt deshalb die Befürworter für "die besseren Deutschen". Aber es half alles nichts.

Es gelang den Heimatbund-Agitatoren, von denen einige schon 1935 dabei gewesen waren, spielend, die Frage des Statuts in einen Wettstreit um das lauteste Bekenntnis zu Deutschland und zur deutschen Wiedervereinigung umzudrehen. Wichtige Blätter der überregionalen Presse sekundierten begeistert: "Ein Nein zum Statut" sei "ein Ja zur Wiedervereinigung" und "ein aufmunternder Trost für die Deutschen der Sowjetzone", heizte ein Autor der FAZ am 21. Oktober die Stimmung an.

Endlich wieder Debatten über "entartete Kunst"

Es kam wie erwartet: Am 23. Oktober stimmte eine große Mehrheit der Saarländer (67,7 Prozent) gegen das Statut. Die Regierung Hoffmann trat zurück. An seiner Stelle übernahm zunächst der Parteilose Heinrich Welsch das Amt, nach den Landtagswahlen im Dezember der Christdemokrat Hubert Ney. Agitator Schneider wurde Landtagspräsident.

Schon wenige Tage nach der Abstimmung, die für Paris laut der Tageszeitung Le Monde "ein grausames Erwachen" war und eine Quittung für den Widerspruch zwischen der repressiven Saarpolitik und allen Freiheitsversprechen, wurden die Verhandlungen wieder aufgenommen und ein Jahr danach mit dem Luxemburger Vertrag abgeschlossen. Dieser sah die politische Rückgliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik zum 1. Januar 1957 vor sowie den wirtschaftlichen Anschluss zum 6. Juli 1959.

Ein Jahr nach der Abstimmung vom Oktober 1955 reiste der Frankfurter Journalist Peter Miska ins Saarland und beschrieb in der Frankfurter Rundschau, wie "die Franzosenzeit" bewältigt wurde. Aus der Schillerstraße in Saarbrücken war die Bismarckstraße geworden, die Alleenstraße trug jetzt Hindenburgs Namen, und Clausewitz hatte bereits Victor Hugo ersetzt. Die Lokalpresse debattierte wieder über die "entartete Kunst" von Franz Marc und Karl Schmidt-Rottluff, und die neue Regierung widmete sich der "Bereinigung bis in die untersten Verwaltungsstufen", wie Innenminister Fritz Schuster es formulierte. Es traf Richter und etliche Beamte, unter ihnen zwei zurückgekehrte jüdische Exilanten. Keine Frage, die Saar war wieder deutsch.