DIE ZEIT: Frau Rust, nur zweieinhalb Monate lief Ihre Sendung Talk der Woche auf Sat.1. Ein Versuch, das Genre Talkshow neu zu erfinden. Aber die Quoten waren nicht gut, die Kritiken auch nicht. Wie schwer hat Sie das Aus getroffen? Bettina Rust BILD

Bettina Rust: Das ist ja wie in einer Beziehung: So eine Trennung kommt in den seltensten Fällen von einem Moment auf den anderen, sondern alles bewegt sich darauf zu, auf ein Ende.

ZEIT: Woran lag es?

Rust: Die Quoten waren über einen langen Zeitraum schlecht. Aber wir haben auch an dem Konzept nichts geändert, wir haben es einfach weiterlaufen lassen. Und das führte dazu, dass alle Beteiligten sich darauf einstellten, dass die ganze Sache auf kurz oder lang vorbei sein würde.

ZEIT: Sie sind sehenden Auges in den Untergang gelaufen?

Rust: Das nun auch wieder nicht. Aber auf mir lag die ganze Zeit ein sehr großer Druck. Natürlich habe ich mich auch verrückt machen lassen. Ich habe ja mit einem ganz anderen Resultat gerechnet, nämlich mit einer guten Sendung. Es war aber keine gute Sendung. Und irgendwann habe ich dann halt losgelassen. Deshalb war das Ende für mich eine Befreiung.

ZEIT: Eine Befreiung?

Rust: Ja. Ich dachte: Die Sache hat ihre Chance gehabt, es hat nicht funktioniert, das war es.

ZEIT: Wie haben Sie vom Ende erfahren?

Rust: Ich war mit einer Freundin verabredet, war zu früh dran, saß im Auto, da klingelte mein Handy. Die Sekretärin von Roger Schawinski…

ZEIT: …der Chef Ihres Senders Sat.1…