– Am 21. November räumt Roh öffentlich ein, er habe zwanzig Frauen mit je rund 1200 Euro entlohnt, damit diese Eizellen für Hwangs Klonprojekt spenden. Dies sei allerdings ohne Hwangs Wissen geschehen.

– Hwang gesteht am 24. November, was er lange geleugnet hat: dass auch zwei seiner Labormitarbeiterinnen gegen seinen Willen und ohne sein Wissen Eizellen gespendet hätten. Er habe erst später davon erfahren. Hwang legt alle Beratungsämter bei der Regierung und den Vorsitz des World Stem Cell Hub nieder. Korea verharrt in Schockstarre.

– Wenige Tage später kündigt der koreanische Sender MBC-TV einen Bericht über wissenschaftliches Fehlverhalten bei Hwang an. Nach massiven Protesten von Hwang-Fans und Boykottdrohungen gegen Firmen, die in dem Sendeformat werben, zieht MBC den kritischen Bericht zurück und entschuldigt sich am 4. Dezember für angeblich unlautere Reportagemethoden.

– Am 13. Dezember schreibt Schatten an Science und verlangt, man möge seinen Namen von der Autorenliste der Veröffentlichung vom Mai 2005 streichen. Science lehnt das Ansinnen ab.

– Drei Tage später, am Freitag der vergangenen Woche, behauptet Roh öffentlich, Hwang habe Fälschungen eingestanden. Neun seiner elf geklonten Stammzelllinien seien frei erfunden, die Herkunft der beiden anderen fragwürdig. Noch am selben Abend dementiert Hwang. Es habe zwar Datenmanipulationen gegeben, einige seiner Zellkulturen seien mit Pilzen infiziert und unbrauchbar. Die übrigen sechs würden derzeit kultiviert und könnten in zehn Tagen getestet werden. "Wir verfügen über die Technologie zur Erzeugung von geklonten Stammzellen und können jederzeit neue erzeugen", beteuert der Forscher.

Science gibt am selben Tag bekannt, dass Hwang und Schatten die umstrittene Arbeit über die elf patientenspezifischen Stammzellen vom Mai 2005 zurückziehen.

Wer sich bei einem Betrug ertappen lässt, hat keine zweite Chance mehr