Wenn VW-Manager oder Betriebsräte im Zusammenhang mit Brasilien genannt wurden, so waren das in den vergangenen Wochen eher pikante Nachrichten. Damit habe die jüngste Verschickung überhaupt nichts zu tun, heißt es in Wolfsburg jetzt, das ist Teil einer ganz normalen Job-Rotation. Zum 1. März geht nämlich Josef-Fidelis Senn, bislang Leiter des Zentralen Personalwesens in Wolfsburg, zur lateinamerikanischen Tochtergesellschaft Volkswagen do Brasil, um dort die Position des Personalvorstands für die 22 000 Beschäftigten zu übernehmen.

Senn hatte im vergangenen Jahr noch als Chefunterhändler mit den Betriebsräten und der IG Metall jenes Abkommen ausgehandelt, nach dem die Arbeitnehmer auf Lohnzuwächse verzichten und neue Mitarbeiter unterhalb des Werkstarifs eingestellt werden. Im Gegenzug wurden betriebsbedingte Kündigungen für die westdeutschen VW-Werker bis 2011 ausgeschlossen. Obwohl Senn logischerweise jahrelang eng mit Expersonalvorstand Peter Hartz zusammenarbeitete, blieb er von den Turbulenzen des VW-Skandals bislang verschont, der seinen Förderer Hartz (Ich bin jetzt Rentner) den Job kostete.

Der 48-jährige, im schwäbischen Sigmaringen geborene Senn galt lange auch als möglicher Nachfolger von Hartz. Diesen Job bekam allerdings nach einer turbulenten Aufsichtsratssitzung bekanntlich sein Audi-Kollege Horst Neumann.

Letzterer wird allerdings, anders als zuvor Peter Hartz, im VW-Konzernvorstand nicht für die Aufsicht der brasilianischen Tochtergesellschaft zuständig sein. Senns Nachfolge in Wolfsburg ist bislang noch offen.