WER IST KLAUS-JOACHIM GEBAUER?

Als die ersten Meldungen über die Korruptionsaffäre bei VW auftauchten, war von ihm nur als Mitarbeiter der Personalabteilung die Rede. Klaus-Joachim Gebauer war in den neunziger Jahren ein Untergebener von Helmuth Schuster.

Dieser, zuletzt Personalvorstand bei Skoda, wurde Mitte Juni fristlos gekündigt, weil er ein Firmengeflecht aufgezogen haben soll, um unsaubere Geschäfte zum Schaden von VW und Skoda abzuwickeln. Gebauer soll dabei mitgemischt haben, auch er flog raus. Der zurückgetretene VW-Betriebsratschef Klaus Volkert sagt, auch Gebauer habe ihn zum Enstieg bei einer Firma überredet.

Er soll, er könnte, er habe vielleicht? Auf alle Fälle unschuldig sei sein Mandant, sagt Gebauers Anwalt, der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki. Bis heute gibt es keine offiziellen Fotos von dem gekränkten Dienstmann. Klar ist: Der 61-jährige Gebauer arbeitete 32 Jahre für VW, 16 Jahre saß er an der Schnittstelle zwischen Gesamtbetriebsratsausschuss und Vorstand. Sein Rausschmiss muss für den Chefanimateur der Betriebsräte (FAZ) derart kränkend gewesen sein, dass er beschloss auszupacken. Seither sind täglich unappetitliche Vorgänge um die Betriebsräte und Expersonalchef Peter Hartz nachzulesen, etwa in der Bild. Die Quelle scheint laut VW-Chef Bernd Pischetsrieder identifiziert zu sein: Herr Gebauer hatte im Personalwesen eine ganz besondere Vertrauensstellung ... ihm kam die Aufgabe zu, auf Vertrauensbasis Veranstaltungen und Reisen des Betriebsrats zu organsieren.

Und weiter: Wir müssen davon ausgehen, dass der gekündigte Mitarbeiter gezielt Informationen an die Medien weitergegeben hat. Es gebe auch Hinweise, dass er die Medien mit Details über Vorgänge füttert, die er selbst eingeleitet hat oder an denen er zumindest beteiligt war. Gebauer fühle sich als Opfer eines konzerninternen Machtkampfs, sagt sein Anwalt Kubicki - und hat mittlerweile Kündigungsschutzklage für ihn eingereicht. dhl