Bedenklich an diesem Artikel ist nicht das Schönreden des Schröderschen Scheiterns, sondern die kaum verdeckte Drohung des Autors, der Bundespräsident dürfe sich im Falle einer Verweigerung der Auflösung nicht wundern, wenn fortan über seine wahren Motive spekuliert werde. Wer demütigt hier eigentlich wen?

KARSTEN GEBURTIG, BERLIN

Man kann ja über das derzeitige Geschehen verschiedener Auffassung sein. Dass es aber unter dem Motto Gerechtigkeit daherkommt, wenn aus Schröder ein Moralheld gemacht wird ( dreimal patriotisch, daneben im Interesse des Gemeinwohls), der nicht wie andere am Sessel klebt, grenzt an Veredelung. Es gibt viele, die da meinen, er hätte schon längst gehen müssen.

Dass Sie aber gleich zwei Verfassungsorgane im Voraus polemisch unter Druck setzen und jeden leidlich politisch denkenden Menschen gleich mit, geht zu weit.

DR. GERHART HERBST, FREUDENSTADT

Herr Schröder hat alles erreicht, was er vermeiden wollte: Die Opposition ist geeint und geschlossen wie nie zuvor, die Formierung einer neuen Linkspartei und die Erosion der SPD wurden beschleunigt. Herr Schröder wird auch nicht als Patriot in die Geschichte eingehen, wie Sie meinen, sondern eher als einer, der letztlich seine Partei zerlegt und sein Land in Schwierigkeiten gebracht hat.

STEVE ALBRECHT, BERLIN