DIE ZEIT: Herr Beck, zurzeit geht in Deutschland alles ziemlich geschwind: Am 22. Mai kündigte Schröder Neuwahlen an, vier Wochen später erschien Ihr neues Buch Was zur Wahl steht. Wann haben Sie den letzten Satz geschrieben?

Ulrich Beck: Am 30. Mai.

ZEIT: 127 Seiten in acht Tagen?

Beck: Nicht mal acht. Am Mittwoch nach der NRW-Wahl rief Herr Weiss von Suhrkamp an. Ich müsse ein Buch schreiben, alle meine Thesen bündeln - am Wochenende brauchten sie den Text. Ich war empört. Nach dem Gespräch habe ich nicht mehr an die Sache gedacht. In der Nacht auf Freitag lag ich wach. Ich merkte: Ich schreibe gerade das Buch. Ich habe mich nackt an den Schreibtisch gesetzt und Notizen gemacht. Freitag, Samstag und Sonntag habe ich durchgearbeitet. Montagmittag stand der letzte Satz.

ZEIT: So viel Text in so kurzer Zeit - das ist schon aus mechanischer Sicht erstaunlich.

Beck: Ich diktiere in ein Diktiergerät.

ZEIT: Sie schreiben gar nicht, sondern reden.