Die Zufriedenheit endet im Cockpit. Diesmal spult Reinhard Knäblein die Grundsatzlektion über sicheres Fliegen ab. "Sie haben Gefahrgut geladen, was genau ist an Bord?", fragt er die beiden Piloten. Es ist ihre Pflicht, exakt zu wissen, welche riskante Fracht wo verstaut ist. Die beiden Mongolen haben keine Ahnung, es fehlt wohl an englischen Sprachkenntnissen. Trotzdem haben sie die Frachtpapiere unterschrieben. "So geht das Flugzeug nicht raus", entscheidet Knäblein. Dann ein weiteres Problem: Wo ist der Wetterbericht für Kazan? Das ist der Ausweichflughafen für Moskau, das von Gewittern umgeben ist. Aber den einzuholen, haben die Piloten versäumt. Nun holen sie es nach. Nachdem auch das Gefahrgut ausgeladen ist, kann das Flugzeug endlich starten. "Das waren beides keine Kleinigkeiten", sagt Reinhard Knäblein, "das war schädliche Routine bei den Piloten." Dann klingelt sein Handy. Aeroflot ist dran – die für die Kabine zuständigen Manager aus Moskau wollen sich schon nächste Woche mit den Prüfern treffen, um über die Befunde in Hamburg zu sprechen. Der sonst nüchterne LBA-Mann lächelt. Wieder ein winziger Schritt nach vorn.