Mit großem Interesse lese ich seit langem die Kolumne Stimmt's? von Christoph Drösser, die vor allem dadurch besticht, dass Herr Drösser stets gut informiert ist und auf intelligent-kurzweilige Weise zu Fragen des Alltags Stellung nimmt, die sich wahrscheinlich viele von uns schon einmal gestellt haben.

Bei der Beantwortung der letzten Frage ist ihm allerdings ein kleiner Irrtum unterlaufen. Das lateinische Wort für Monat ist nicht mens, wie er schreibt, sondern vielmehr mensis. Im Wort Menstruation steckt das zu diesem gehörige lateinische Adjektiv menstruus, -a, -um, das von seiner Grundbedeutung her schlicht mit monatlich zu übersetzen ist. Allerdings wird das Wort im Neutrum (Singular menstruum oder auch Plural menstrua) im Lateinischen, besonders in der medizinischen Fachliteratur der Römer, gewöhnlich zur Bezeichnung der Regelblutung verwendet.

Das lateinische Wort mens hingegen ist schwer übersetzbar, bewegt sich aber in etwa im Bedeutungsfeld von Gemüt, Sinn, Verstand oder auch Meinung. Allerdings wurden mens und mensis indirekt schon in mancher antiken Etymologie (also der Lehre von den ursprünglichen Wortbedeutungen) zusammengebracht, indem beide (unabhängig voneinander) vom griechischen Wort mene (Mond) abgeleitet wurden, in dem Sinne, dass nicht nur die Monate von den Veränderungen des Mondes abhängig sind, sondern dass eben auch das menschliche Gemüt wechselhaft sei wie der Mond (so schreibt der spätantike Autor Cassiodor).

Letztere Behauptung ist aus heutiger Sicht etymologisch nicht haltbar, enthält aber immerhin ein interessantes Wortspiel.

DR. BORIS DUNSCH, GREIFSWALD