Zugegeben: Ich war von Beginn des Auswahlverfahrens Anhänger von Horst Köhler, aus Respekt vor einem Kandidaten, der in anderen Positionen Kompetenz erworben und bewiesen hatte und nicht auf das Amt des Bundespräsidenten als Krönung seiner Karriere angewiesen war. Horst Köhlers Offenheit, seine positive Ausstrahlung und nicht zuletzt sein schlichtes Statement, dass er unser Land liebe, hat ihm die Sympathie vieler Deutscher eingebracht. Er zeigt Probleme auf, macht Mut - und auch seine Vorschläge zur Bewältigung der Probleme scheinen mir weder trivial noch ungebetene Einmischung zu sein.

ANNELIESE EULER, FRANKFURT AM MAIN

Einspruch, Herr Hofmann! Weizsäcker war keineswegs der einzige intellektuelle Präsident. Sie haben offenbar Gustav Heinemann vergessen. Sicher war der vom gleichen Kaliber wie Weizsäcker, konnte sich nach außen aber nicht so eloquent darstellen. Weizsäcker bleibt mir zuletzt vor allem als arrogant und dünkelhaft in Erinnerung.

Ansonsten würde ich vorschlagen, das Amt von Herrn Köhler Mathias Richling zu überlassen: Er ist schon jetzt besser als das Original!

DR. GERNOT EYSSELEIN, HEILBRONN

Horst Köhlers Vorgehen kann man in der Form kritisieren. In der Sache aber hat er Recht und Kompetenz. Er ist weit mutiger als seine Vorgänger. Dieser selbstlose, zweckdienliche Mut gehört respektiert.

Wenn der Bundespräsident Deutschlands Reformprozess konstruktiv begleiten will, darf, ja muss er sich an die Spitze der Diskussion stellen. Mit Zwischentönen, das hat Köhler richtig verstanden, läuft man in einer Mediendemokratie Gefahr, überhört zu werden.