Frauen an die Macht! Die Parole ist alt, aber auf dem Felde der Politik war sie noch nie so aktuell wie heute. Nicht nur in Deutschland und Chile, auch in Afrika. Dort haben die Frauen nichts zu sagen. Sie dürfen nur den ganzen Tag schuften.

Bis Ellen Johnson-Sirleaf kam und den eitlen George Weah haushoch besiegte. Auch der ehemalige Weltfußballer wollte Präsident von Liberia werden, und er dachte, es sei ein leichtes Heimspiel. Aber er hat die politische Dribbelkünstlerin Johnson-Sirleaf gewaltig unterschätzt: Sie gewann die Wahl im vorigen Dezember und wurde diese Woche als Präsidentin von Liberia vereidigt. Sie ist die erste Staatschefin in der Geschichte Afrikas.

"Recht so!", jubeln die Frauen in Liberia. Jetzt kann ihr bitterarmes Land, das die Männer in einem grausamen Bürgerkrieg zerstört und geplündert haben, endlich wieder aufgebaut werden. Und die Präsidentin gelobt, dies "mit mütterlicher Sensibilität" zu tun. Die 67-Jährige wirkt manchmal wie eine nette Oma. In Wirklichkeit aber ist sie eine resolute Finanzexpertin, die man nicht umsonst Eiserne Lady nennt. Johnson-Sirleaf wird deren Eigenschaften auch brauchen, um die gewaltbesessenen Machos in Liberia zu zivilisieren.