In der vorigen Woche durfte der erste Lidl-Pressesprecher in der Konzerngeschichte, Thomas Oberle, 50, noch nicht mit uns reden. Nun ist er dazu bereit.

ZEIT: Vergangene Woche haben wir Sie vergeblich zu erreichen versucht ...

Thomas Oberle: Ich war letzte Woche noch nicht im Amt und musste mir ein Bild von Organisation, Produkten und Menschen verschaffen.

ZEIT: Haben die Vorwürfe, dass Mitarbeiter ausgebeutet werden, den Konzern dazu bewegt, einen Pressesprecher einzustellen?

Oberle: Diese Vorwürfe entsprechen nicht der Realität, das weiß ich aus internen Gesprächen. Sicher hat das Unternehmen durch seine Zurückhaltung zur Entstehung dieses Bildes beigetragen.

DIE ZEIT: In Hamburger Filialen wurde Mundwasser von Erpressern vergiftet - was für eine Woche zum Dienstantritt.

Oberle: Es war eine hoch spannende erste Woche, vor allem weil das Unternehmen gerade eine Biomarke namens Bioness einführt. Die Erpressung war natürlich weniger schön.