Die orangefarbene Benachrichtigungskarte der Post (DHL): Schon lange nicht mehr gesehen. Vielmehr im Windschatten von UPS und anderen, der Unsitte folgend, dem Nachbarn in die Hand gedrückt, was ihn zum Zusteller ordiniert.

Da Singles oder berufstätige Paare immer weniger anzutreffen sind, irrt nun der Falsche im wahren Leben mehrmals, im stillen Wahn von Nachbarschaftshilfe, zur Pforte des anderen.

Gut gemeint, aber doch wohl entgegen Datenschutz, ohne Paragrafen auch Vertrauensschutz. Eine Zumutung, vom Empfänger nicht gewünscht, mein Paket gehört mir. Fragt man sich, wozu Post, einstmals eine öffentlichrechtliche Veranstaltung, die ihr Monopol auf Nachbarn und Paketstationen verlagert. Wie bei der Bahn: unterm Rock das staatlich gesicherte Hemdchen.

DR. ELMAR ERNST, HOFHEIM/TAUNUS

Es zeigt sich einmal mehr - der deutsche Verbraucher scheint treudoof und willenlos. Wo in anderen Ländern im Supermarkt Angestellte beim Einpacken der kostenlosen Einkaufstüten behilflich sind, wird es in Deutschland bald Selbst-Scanner-Kassen ohne Personal und Service geben.

Dass der Kunde etwas anderes wünscht, verdeutlicht Ein Shell-Test. An ausgewählten Tankstellen bedienen Tankwarte aus Fleisch und Blut die in ihren Fahrzeugen verbleibenden Kunden, betanken, reinigen Scheiben, prüfen Öl- und Wasserstände. Und der angeblich von den hohen Benzinpreisen sowieso schon gebeutelte Kunde ist auch noch bereit, für diesen Extraservice ein bis zwei Euro zu bezahlen!

Man möchte fast meinen, in Zukunft werden die Unternehmen das Rennen machen, die echte Menschen mit echtem Lächeln und echtem Service beschäftigen.