Nehmen wir nur einmal den Kleinen Leberegel: Der Parasit verbringt sein Leben zumeist in den Gallengängen von Schafen. Um sich zu vermehren, muss er den Wirt wechseln: vom Schaf in die Schnecke, von dort in die Ameise und wieder zurück ins Schaf. Wie schafft er das?

Der erste Schritt ist leicht. Mit dem Kot der Schafe fallen Wurmeier auf die Weide und werden von Schnecken gefressen. Im Darm der Weichtiere schlüpfen Larven aus den Eiern und teilen sich, um eine neue Larvenform hervorzubringen. Diese Larven bewegen sich nun zu Hunderten in das Atemsystem der Schnecke, das gereizt reagiert und die nervende Fracht in kleinen Schleimbällchen ausscheidet. Der Schleim ist eine Leibspeise von Ameisen, was ganz zwanglos Schritt Nummer zwei erklärt und dem Parasiten weitere Vermehrungsorgien in den Eingeweiden des Insekts beschert.