Entlassungsproduktivität ist ein fieses Wort aus der Managersprache, denn es bedeutet, dass Arbeitnehmer umso härter arbeiten müssen, je mehr ihrer Kollegen gefeuert werden. Deswegen wurde Entlassungsproduktivität zum Unwort des Jahres gewählt. Im Vorjahr war es übrigens Humankapital, und die Statistik der Gesellschaft für deutsche Sprache belegt, dass die Welt der Wirtschaft seit Anfang der Neunziger knapp 50 Prozent aller je gekürten Unwörter geliefert hat - von Peanuts bis zum Wohlstandsmüll. Das ist nun wirklich kein Lob, doch Wirtschaft wäre nicht Wirtschaft, würde sie nicht in jeder Kritik auch etwas Positives erblicken: Gegenüber konkurrierenden Unwörtern aus Politik, Militär und Radikalismus wurde der Marktanteil kräftig ausgebaut. Der Aufwärtstrend innerhalb des öffentlichen Geringschätzung-Index ist weitgehend intakt, the sky is the limit. Und im nächsten Jahr könnte man seine Position durch Wörter wie Standortschädling weiter ausbauen.