Also doch. Noch im Dezember wollte der Vorstand nicht bestätigen, dass der neue DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche mehr Jobs als die 8500 Stellen bei der Mercedes Car Group (MCG), der deutschen Pkw-Sparte, abbauen werde. Jetzt aber gab er bekannt, dass er in den nächsten drei Jahren die Mitarbeiterzahl in der Verwaltung konzernweit um bis zu 20 Prozent reduzieren will. Betroffen wären rund 6000 Menschen, davon 2000 allein in Stuttgart. Schneller, flexibler und schlanker solle die Organisation werden, so Zetsche und nennt sich selbst als Vorbild. Schließlich fungiert er seit dem 1. Januar in Personalunion sowohl als Chef der MCG als auch als Vorstandsvorsitzender von DaimlerChrysler. Mehrfachfunktionen sollen auch Zetsches Vorstandskollegen übernehmen, sodass das Gremium von zwölf auf neun Personen schrumpft.

Insgesamt soll das neue Führungsmodell jährlich 1,5 Milliarden Euro Verwaltungskosten sparen.

Gegen Hierarchie- und Bürokratieabbau haben die Arbeitnehmervertreter zwar nichts, aber schon wieder hat der Vorstand eine pauschale Personalabbauzahl verkündet, die von uns nicht akzeptiert wird, schimpft der Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm. Es könne nicht angehen, dass Effizienzsteigerungen vor allem mit Stellenstreichungen erreicht werden sollen. Verhindern können Klemm und Kollegen den Umbau nicht, aber aufpassen, dass die Vereinbarung Zukunftssicherung 2012, die betriebsbedingte Kündigungen ausschließt, eingehalten wird.