Das Land der Tataren, die russische Teilrepublik Tatarstan, ist heutzutage nicht als Trendsetter bekannt. Nun aber möchte es mit einer Misswahl der gesamten muslimischen Welt ein Vorbild sein. Miss Muslim soll den westlichen halbnackten Misses zeigen, dass es auch anders geht. Köpfchen (verschleiert) statt Körper heißt die Devise in Tatarstan. Die Siegerin Dilar Sadikova setzte sich gegen sieben Konkurrentinnen durch. Sie ist zarte 17 und rezitiert demütig Koransuren, präsentiert wendig Allgemeinwissen und kocht und näht einfach besser als alle anderen Mädchen. Ich wollte an diesem Wettbewerb teilnehmen, um zu zeigen, dass man als Muslimin alles machen kann, solange es moralisch und achtbar ist, erklärt Dilar ihren Ehrgeiz. Das ist schön, entspricht aber nicht ganz dem Ehrgeiz der Veranstalter. Wir möchten, dass alle sehen, dass Mädchen mit Kopftuch schön, gebildet und religiös sind, sagt die Veranstalterin. Ein Kopftuch-Werbefeldzug also. Exakt das fehlt der muslimischen Welt.