Jene die durch Slobodan Milosevic reich wurden, haben heute in Serbien einen schweren Stand. Richtig so!, möchte man rufen. Nieder mit den Kollaborateuren des Diktators. Doch ganz so einfach ist die Welt auch in Ex-Jugoslawien nicht. Es ist wahr: Die serbische Familie Karic kam durch Milosevic zu schnellem Reichtum. Herzstück ihres Imperiums war bis vor kurzem ein Mobilfunknetz, das sie aber einer österreichischen Investorengruppe verkauften. Unglücklicherweise gerieten jene Investoren aber durch die Karics in die Wirren serbischer Politik. Wirren, die dazu führten, dass die serbische Regierung besagte Mobilfunklizenzen wieder verstaatlichen will. Die österreichischen Geschäftsleute stehen nun ohne Lizenz im Regen.

Enteignung, empört sich Österreichs Vizekanzler und springt für seine Landsleute in die Bresche. Verkehrte Welt: Österreich, das zu Milosevics schärfsten Gegnern gehörte, setzt sich heute, wenn auch indirekt, für dessen Günstlinge ein. Doch ohne Rechtssicherheit und Schutz von Eigentum ist eine erfolgreiche Wirtschaftsentwicklung nicht möglich. Letztlich schützt Österreich also Rechtsstaat und Demokratie.