Wieso vermittelt die Union immer wieder den Eindruck, muslimische Mitbürger seien Menschen zweiter Klasse? Der aktuelle Vorstoß kommt diesmal aus Baden-Württemberg. Wieso müssen allein die Muslime beim Beantragen der deutschen Staatsbürgerschaft 30 Fragen aus einem Katalog mit dem Titel Gesprächsleitfaden beantworten? Wieso gilt diese Regel nicht für die übrigen Religionsgemeinschaften, seien es nun Juden, Hindus, Buddhisten oder andere, die Staatsbürger Deutschlands werden möchten? Ist dies nicht ein völlig offenes Bekenntnis zum Generalverdacht gegenüber den Muslimen in unserem Land?

Ich wünsche mir von den Unionsparteien etwas mehr Fingerspitzengefühl.

YASIN BAS, MELLE

Kann mir irgendwer erklären, warum Fragen der Integration in Europa immer an Muslimen, vor allem Türken in Deutschland, festgemacht werden? Wir sind uns ja alle einig, dass Europa Einwanderung braucht. Der sicher gut gemeinte Artikel von Jörg Lau spricht einige zentrale Fragen nicht an:

1. Gibt es irgendein Land auf der Welt, wo ein Immigrant erfolgreich sein kann und geschätzt wird, der sein Gastland ablehnt, dessen Sprache nicht lernen und dessen Gesetze nicht befolgen will?

2. Wie viele der Experten für Integrationsfragen (egal, welcher Couleur) haben selbst erlebt, was es heißt, in einem Land, dessen Sprache man nicht oder nur wenig spricht, zu leben und zu arbeiten? Die Kinder in die Schule zu schicken, mit dem Kinderarzt, den Nachbarn kaum kommunizieren zu können?

Solche Menschen wissen nämlich, dass es nicht diskriminierend ist, die Sprache des Landes zu lernen. Sie wissen auch, dass sie sich mit den Gesetzen und Sitten des Landes befassen müssen. Das schützt vor Diskriminierung.