In den Reihen der SPD wächst der Widerstand gegen den Anti-Atom-Kurs von Parteiführung und Bundestagsfraktion. Das belegt ein dreiseitiges Diskussionspapier von einer Hand voll Sozialdemokraten, darunter die beiden Europaabgeordneten Norbert Glante und Bernhard Rapkay. Unverblümt schreiben die Unterzeichner des Schriftstücks, dass die Wirklichkeit unseren Vorstellungen davonläuft - und dass die Energiepolitik viel zu lange von den Themen früherer Jahrzehnte beherrscht war. Wer meine, zwischen den erneuerbaren Energiequellen und der Kernenergie wählen zu können, verkennt die ökologischen und ökonomischen Realitäten, heißt es weiter.

Aus Sicht der Parteispitze ist die Wortmeldung vor allem deshalb ärgerlich, weil sie sich derzeit darum bemüht, gegenüber den Kernkraftbefürwortern aus der Union einen möglichst geschlossenen Eindruck zu vermitteln. Der CDU müsse klar sein, dass die Ausstiegsposition der SPD steht, erklärte der Parlamentarische Staatssekretär im Umweltministerium, Michael Müller, erst Anfang der Woche in einem Interview mit der taz.