Er wollte die black holes der CIA in Europa finden, doch nun wird Dick Marty von jenen verspottet, die besser schweigen sollten. Sein Bericht hat mehr schwarze Löcher als ein Schweizer Käse!, höhnt etwa der britische Labour-Abgeordnete Denis McShanse. Der hat's nötig. Erst vergangene Woche deckte der Guardian auf, dass die sich in Sachen CIA-Entführungen ahnungslos gebende britische Regierung über die Verschleppungen Terrorverdächtiger schon seit Jahren Bescheid wusste.

McShanse trifft einen wunden Punkt: Tatsächlich bot Sonderermittler Marty nichts Neues, als er vergangenen Dienstag dem Europarat seinen Zwischenbericht vorlegte. Marty verwies unter lautem Gepolter bloß auf jene medial bekannten Entführungen Terrorverdächtiger, die (zum Teil mit Wissen und unter Beihilfe europäischer Polizeibehörden) von CIA-Greiftrupps in Overalls gesteckt und in arabische Länder zu kreativen Verhören ausgeflogen wurden.

Martys Bemühungen, die Verwicklung der Europäer in das Outsourcing von Folter zu belegen, sind ehrenwert. Europa braucht Leute, die hartnäckig darauf hinweisen, dass auch Terroristen nicht gefoltert werden dürfen. Doch Marty ist ein Ermittler ohne Zähne. Er kann bloß Pressespiegel erstellen.

Kein Politiker kann gezwungen werden, ihm Auskunft zu geben. Die CIA-Affäre zeigt: Es gibt sie, die internationale Kooperation der Terrorfahnder. Und Marty belegt: Eine unabhängige Kontrolle ihrer Exzesse aber fehlt.