Dass bei erhöhter Energievergeudung die Verlockung der Kernenergie steigt, stimmt nur, solange Atomkraftwerke nicht versicherungspflichtig sind. Um fairen Wettbewerb zu schaffen, müssten im Zuge des Subventionsabbaus auch alle indirekten Subventionen verschwinden.

Solange es diese Subventionen gibt, wird es immer Politiker geben, die versuchen, mit dem Argument der Verbraucherpreise die Atomenergie zu fördern.

Doch die echten Kosten, die mögliche Umweltschäden und Lagerkosten des Atommülls beinhalten, sind bei weitem höher als die Kosten von Windkraft, Wasserkraft und Solarenergie.

FELIX KAMELLA, BONN

Die Risiken der Kernenergie sind für Laien schwer zu durchschauen - deswegen ist die Gefahr groß, dass man sich in eine Totalablehnung flüchtet. Eine vernünftige Güterabwägung dieser Energie im Vergleich zu anderen findet dann nicht mehr statt. Das ist nichts Neues - aber so einfach lässt sich ein so wichtiges und komplexes Thema nicht sachgerecht behandeln.

In erster Linie geht es hier auch nicht um die grandiosen Gewinne der Atomwirtschaft, sondern um eine Beurteilung, wie und ob sich ohne Zweifel vorhandene Risiken zuverlässig managen lassen und ob wir ökologische und ökonomische Nachteile anderer Energien auf Dauer in Kauf nehmen können und wollen.

DIETER WURM, DÜSSELDORF