Ich war enttäuscht von Ihrer Polemik gegen die britische EU-Ratspräsidentschaft. Ihre Autoren konnten die Einigung über den Haushalt nicht voraussagen - der übrigens die EU verpflichtet, sich erstmals grundlegenden Reformen zu stellen. Aber ist es wirklich so schwer, sich daran zu erinnern, was unter britischer EU-Präsidentschaft erreicht wurde:

- die erste Reform des EU-Zuckermarktregimes in vierzig Jahren -

- ein Kompromiss über die Chemikalienverordnung (nach acht Jahren), der ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Interessen der Wirtschaft und denen des Umweltschutzes herstellt -

- EU-weite Vorschriften für die Speicherung von Telekommunikationsdaten, was unseren Kampf gegen den Terrorismus unterstützt -

- die historische Entscheidung, Beitrittsverhandlungen mit der Türkei und Kroatien aufzunehmen.

Bevor Ihre Korrespondenten Tony Blair beschuldigten, im Europäischen Parlament den Harry Potter gegeben zu haben, hätten sie sich lieber auf die vielen Voldemorts in der EU konzentrieren sollen, die doch die EU an den schlechten Agrarkompromiss von 2002 gefesselt haben.

JONATHAN BRENTON, BERLIN LEITER DER ABTEILUNG MEDIEN BRITISCHE BOTSCHAFT