DIE ZEIT: Wie erklären Sie sich den Erfolg des Hamburger Hafens?

Claus-Peter Offen: Man muss sich das mal genau anschauen. Nach dem Krieg waren wir auf Platz 27 unter ferner liefen. Heute gruppiert sich in und um Hamburg ein Drittel der Weltflotte. Hier schlägt das Herz der Globalisierung.

Auf dem Chartermarkt für Schiffe befinden sich fast 80 Prozent des Weltmarktes in Hamburg, mit entsprechendem Personalbestand. Hamburg ist wichtigster Finanzplatz für die Seeschifffahrt weltweit, mit allem, was dazu gehört, Versicherungen, Schiffsmaklern. Von den zehn größten Seeschifffahrtsfinanzdienstleistern befinden sich sechs in Hamburg. Der größte ist die Hamburgische Landesbank. Hier passiert was!

ZEIT: Warum gerade in Hamburg? Warum nicht in London, Le Havre oder Rotterdam?

Offen: Weil in Deutschland sehr viel länger als in anderen Ländern über öffentliche, frei verfügbare Fonds Schiffbau finanziert werden konnte.

Deshalb entstand in Deutschland ein breiter Kapitalmarkt für Schiffsbeteiligungen. Allein hätten das die Reeder niemals wuppen können.

ZEIT: Wenn alles so gut läuft, wozu dann die Verlustzuweisungen?