Als VW-Chef Wolfgang Bernhard und sein Designchef Murat Günak am Rande der Berlinale ihr neues Modell Concept A präsentierten, stieg am Tag darauf der Börsenkurs des Unternehmens. Dabei wird der flott gestylte kleine Bruder des Touareg (Bernhard) frühestens im Jahr 2008 in Wolfsburg vom Band laufen.

Aber die höher gelegten Allradautos, die niemand mehr Geländewagen nennt, sondern nur noch SUV (Sport Utility Vehicle), sind die Renner in der Branche.

Und nach den massigen Ungetümen wie dem VW Touareg oder der Mercedes M-Klasse folgen jetzt etwas kompaktere Modelle. Dabei geht es weder bei den großen noch bei den kleineren SUV um das Fahren im Gelände. Der Concept A sei für den urban jungle, also den Dschungel der Großstadt konzipiert, sagt VW-Stratege Bernhard. Schließlich sind es nicht zuletzt Frauen, die den Absatz der SUV-Gattung nach oben treiben. Die hohe Sitzposition vermittelt ihnen ein Gefühl von Sicherheit. Doch auch so mancher biedere Krawattenträger kann sich hinter seinem wuchtigen Kühlergrill ein bisschen als Cowboy fühlen.

Marktforscher wie Ferdinand Dudenhöffer vom Prognoseinstitut B&D Forecast sind deshalb überzeugt, dass die SUV hierzulande weiter kräftig zulegen: von knapp 194 000 Exemplaren im Jahr 2005 auf rund 251 000 im Jahr 2007 - bei insgesamt stagnierenden Autoverkäufen. Und das, obwohl ein SUV meist deutlich durstiger ist als ein vergleichbarer Kombi. Dudenhöffers Erkenntnis: Der Autofahrer kauft trotz höherer Spritpreise nicht Blech und Gummi, sondern Emotion. Dass er Recht haben könnte, zeigt sich dieser Tage auf dem Genfer Autosalon. Kein Autobauer, der dort nicht mit einem neuen SUV auftrumpfte - ob Fiat, Opel, Hyundai, Toyota, Jeep oder VW. Keiner will den Trend verpassen.