Nicht nur der Hunger treibt die amerikanische Mormonengrille Anabrus simplex in riesigen Schwärmen über das Land, sondern auch die Angst, von ihresgleichen verspeist zu werden. Millionen hungriger Grillen fressen jedes Jahr im Westen der USA ganze Landstriche kahl und richten vielerorts, von Reifen zu schmierigem Belag zerquetscht, auf den Straßen ein Verkehrschaos an. Stephen Simpson von der australischen Universität Sydney hat den Grund für die Furcht der Grille vor der Grille ermittelt (PNAS online). Den umherziehenden Tieren mangelt es an Proteinen und Salzen - Nährstoffe, die in den Körpern der Artgenossen reichlich vorhanden sind. Während die Insekten nach Nahrungsquellen suchen, sind sie gleichzeitig vor den nachfolgenden Grillen auf der Flucht. Da überlebt nur, wer sich bewegt. Sind die Tiere mit Salzen und Proteinen versorgt, werden sie wandermüde. Auch der Appetit auf die Kollegen verfliegt.

Gegen Nieren- und Magenkebs soll ein neues Arzneimittel helfen, dessen Wirkmechanismus von dem deutschen Wissenschaftler Axel Ullrich am Münchner Max-Planck-Institut für Biochemie erforscht worden ist. Sutent blockiert die Blutversorgung und damit das Wachstum von Tumoren. Nachdem klinische Studien bewiesen hatten, dass das von Pfizer entwickelte Medikament den Verlauf einer seltenen Form von Magen-Darm-Krebs (GIST) stark bremsen kann und Nierenzellkarzinome schrumpfen lässt, wurde es jetzt in den Vereinigten Staaten zugelassen. Es soll noch in diesem Jahr auch in Deutschland auf den Markt kommen.

Die Geschichte der Säugetiere erscheint, dank einer spektakulären Entdeckung chinesischer Wissenschaftler, in einem neuen Licht. Qiang Ji und seine Kollegen von der Nanjing-Universität haben in der Mongolei die versteinerten Überreste eines Tieres entdeckt, das aussieht wie ein Fischotter (lutra), aber den platten Schwanz eines Bibers trägt (castor). Casterocauda lutrasimilis tauften die Paläontologen deshalb das 164 Millionen Jahre alte Fossil, das immerhin fast einen halben Meter lang war. Das Pelz tragende und - das zeigen seine langen Krallen - zum Graben befähigte Wassertier war somit wesentlich imposanter als die allenfalls rattengroßen Landsäuger, die bisher als die Vorläufer aller Säuger galten und bis zum Aussterben der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren ein eher unauffälliges nachtaktives Dasein fristeten.