Trotz Daueralarm in den vergangenen zwei Wochen berührte viele Deutsche die Vogelgrippe nicht wirklich. Schließlich handelte es sich um ein Problem von Hühnern, Enten und Puten - und die zählen nicht gerade zu den beliebtesten Gefährten des Menschen. Nun aber sind auch unerschütterliche Gemüter erregt. Am Dienstagspätnachmittag gaben Experten vom Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems bekannt, dass sie das Virus H5N1 auch im Körper einer toten Katze gefunden haben. Wahrscheinlich hatte das Tier am Wittower Fähranleger auf der Insel Rügen einen infizierten Vogel gefressen.

Wenn die Seuche sich nun unter schnurrenden Hausgenossen ausbreitet, scheint der Sprung auf den Menschen nicht mehr weit. Tatsächlich raten Experten, Katzen in Vogelgrippegebieten nicht mehr frei herumlaufen zu lassen - allerdings zum Schutz der Katzen. Dass die sich anstecken, ist bekannt.

Spektakulär war 2004 der Tod von 140 Tigern in thailändischen Zoos. Katzen scheinen - anders als Hunde - besonders empfänglich für H5N1 zu sein.

Meistens war der Verzehr von rohem Geflügelfleisch der Auslöser der Erkrankung.

Die nächste Eskalation ist absehbar. Eine Übertragung von Katze auf Mensch hat es noch nie gegeben. Aber irgendwann wird sich in Europa ein Mensch infizieren - an Vögeln. Doch auch das ist nicht der Beginn der gefürchteten Pandemie, sondern ein schreckliches Einzelschicksal.