Seit einigen Tagen verfolge ich die arrogante und heuchlerische Kritik an dem Film: Tal der Wölfe Irak. Gerade die, die noch in diesen Wochen von der Unantastbarkeit der Presse- und Meinungsfreiheit sprachen, treten nun für die uneingeschränkte Zensur eines Films ein. Woher rührt nur diese Doppelzüngigkeit?

Der Film wird als antisemitisch bezeichnet. Ich habe ihn mir zwei Mal im Kino angesehen und bin auf keine einzige antisemitische Stelle gestoßen, an der auch nur ansatzweise das Judentum beleidigt, ja überhaupt erwähnt wird. Man kann, wenn man genau hinhört, anstatt Hass- Friedensbotschaften raushören. So verurteilt der Scheich im Film die Selbstmordattentäter aufs schärfste und erklärt, dass Kamikaze-Taten eine zweifache Sünde gegenüber Allah darstellen.

Nämlich erstens: Die Täter zeigen damit, dass sie an Gott zweifeln und selber für Gerechtigkeit sorgen möchten. Dies stellt eine Auflehnung gegenüber Gott dar. Zweitens.: Bei einem Selbstmordattentat sterben Unschuldige. Nach der Lehre des Korans heißt es, wer Unschuldige tötet, der tötet die gesamte Menschheit. Genau diese Aussagen macht der Scheich im Film. Für einen gläubigen Muslim wird dadurch die unmissverständliche Botschaft verkündet: Wer Gewalt anwendet und mordet, hat die Hölle zu fürchten.

YASIN BAS, MELLE