Dieser Artikel hebt zu Recht hervor, wie das Bundesverfassungsgericht in erfreulicher Klarheit den absoluten Vorrang von Leben und Menschenwürde betont. Auch im Kampf gegen den Terror heiligt der Zweck eben nicht alle Mittel. Dem kann man sachlich und inhaltlich nur voll zustimmen.

Nur rein formal wird mir wieder bewusst, was mich beim Artikel 1 Grundgesetz schon lange stört: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Ist sie das wirklich? Warum muss sie dann ausdrücklich unter Verfassungsschutz gestellt werden? Weil sie ein so zartes und empfindliches Gewächs ist, das tatsächlich ständig angetastet, ja mit Füßen getreten wird. Sie muss also geschützt werden, weil sie gerade nicht unantastbar ist.

HANS RÖNFELDT, HAMBURG

184 Passagiere und 6 Crewmitglieder sitzen an Bord einer Boing 737-800 und befinden sich auf dem Weg von Köln nach München. Leider sind unter den 184 Passagieren auch vier, die der Basis (al-Qaida) angehören. Diese vier ändern kurzerhand den Flugplan und fliegen in Richtung Gundremmingen. Dort steht Deutschlands leistungsfähigstes Atomkraftwerk. Sie steuern das Flugzeug hinein und lösen einen GAU aus, der die Hälfte Deutschlands mehr oder weniger verstrahlt, weil gerade ein ungewöhnlicher Südwind (Föhn) herrscht.

Unglücklicherweise konnte man nichts dagegen tun, weil die sieben Damen und Herren vom 1. Senat des Bundesverfassungsgerichts nicht wollen, dass man Leben gegen Leben abwägt.

KAI DEMANT, RÖSRATH

Im letzten Absatz seines Kommentars zum Karlsruhe-Urteil über das Luftsicherheitsgesetz gesteht Martin Klingst dem Einzelnen zu, nach seiner Moral zu handeln. Zugleich beharrt er aber darauf, dass gerade dieses Handeln Unrecht bleiben müsse und vor Gericht der Täter vielleicht auf Milde, sogar auf Gnade hoffen könne. Welch ein Widerspruch! Klingst bejaht ein Rechtssystem, in dem, wer moralisch handelt, dennoch Unrecht tun und daher bestenfalls auf Gnade hoffen kann. Moral und Rechtssicherheit werden so einem diffusen Tabudenken geopfert.